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Kinder in Egen

Ein Sommermorgen auf dem Land
Kinderstimmen am Waldesrand.
Zwischen Bäumen, Büschen und wilden Hecken
spielen Kinder miteinander Verstecken…..

Das hört sich an, wie von Astrid Lindgren erzählt
nur and´re Umgebung, and´re Namen gewählt.
Man fühlt sich versetzt in die gute alte Zeit.
Doch Irrtum! Das ist nicht Vergangenheit.

Das ist Gegenwart, hier, für die Kinder in Egen,
einem Dörfchen, das idyllisch zwischen Hügeln gelegen,
jeden Wanderer erfreut mit seiner Bilderbuchkulisse
und wo noch sonntäglicher Kirchgang gilt als oberste Prämisse.
Kindheit in Egen ist auch heute noch fast wie
damals bei den Kindern von Bullerbü.

Zur Schule fahren sie zwar mit dem Bus
und kommen dadurch nicht in den Genuss,
unterwegs manche Dinge „auszufressen“,
und darüber völlig die Zeit zu vergessen.
Doch es bleibt ihnen fast eine halbe Stunde
bis zum Schulbeginn Zeit für so manche Runde
Gummitwist, Fußball und Seilchenspringen
und anderen interessanten Dingen.

Nachmittags, nach den Schularbeiten,
braucht sich keiner erst lange vorzubereiten,
zu telefonieren: Kommst du heute zu mir?
Oder gehen wir beide lieber zu dir?
Sie geh´n einfach raus, ohne großes Trara.
Zum Spielen sind immer Kinder da.

Dann laufen sie los, um Buden zu bauen,
um jungen Kätzchen beim Spiel zu zuschauen.
Um auf Bäume zu klettern oder Fahrrad zu fahren –
lachend und mit wehenden Haaren.
Sie sammeln Kastanien um die Wette,
streiten sich, wer wohl die meisten hätte.
Verstecken sie gut, um nur keine zu verlieren
und später damit Weitwurf zu trainieren.

Bauen zusammen einen Blumenstand,
um Blumen zu verkaufen vom Wiesenrand.
Und hält tatsächlich mal jemand an,
sind sie erst ganz erschrocken und fordern dann
für jeden Blumenstrauß 10 Mark. –
Gemeinsam ist man bekanntlich stark!
Und hält niemand an, dann verkaufen sie – wem?
Den Eltern natürlich! Auch kein Problem!

Oft fahr´n sie auch los mit Kutsche und Pferd.
Das ist ihnen manche Anstrengung wert.
Unterwegs, wenn es steil wird, springen alle runter,
helfen schieben oder bremsen, sind fröhlich und munter.
Manchmal machen sie noch ein Picknick dabei
und sind abends todmüde von der Toberei.

Im Winter ziehen die Kinder in Scharen
auf die Hügel ringsherum, um Schlitten zu fahren.
Hinauf und hinab, Stunde um Stunde
und mit ihnen toben jede Menge Hunde.
Manchmal kommen Kinder auf Pferde angeritten,
die zieh´n dann die anderen hinterher auf den Schlitten.

Erst wenn´s dunkel wird, kommen sie langsam nach Hause
wärmen sich auf, machen Plätzchenpause.
Erzählen von ihren Heldentaten,
ohne die gefährlichsten zu verraten.
Und später im Bett sind ihre einzigen Sorgen:
Hoffentlich fällt noch viel Schnee bis morgen!

Man könnte noch stundenlang berichten
von typischen Egener Kindergeschichten.
Sie alle beschreiben eine ländliche Idylle,
die, nicht nur betrachtet durch eine rosa Brille,
grad´heute wie ein Geschenk ist für die Kinder –
und für die Erwachsenen nicht minder.

Hier können die Kinder noch draußen rumtollen,
lachen und kreischen, so laut wie sie wollen.
Hier können sich Kinder frei entfalten
und diese Freiheit sollten wir ihnen erhalten.
Dafür sorgen, dass es so bleibt, wie es Kindern gefällt.
Denn –
träumen wir nicht alle von einem Stück heile Welt?

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