Das Kirchdorf Egen
Das Kirchdorf liegt auf einem der vielen Hügel im Bergischen Land, umgeben von Wäldern, Wiesen und kleinen Gehöften. Wie Sägespäne bei einer Schnitzeljagd weisen Kuhfladen auf der Straße den Weg dorthin.
Acht Häuser gibt es und eine Kirche mit einem Zwiebelturm. Das ist nicht viel. Aber dafür gibt es viele Kinder!
Und egal, ob Sommer oder Winter, ob es regnet oder stürmt - immer hört man Stimmen:
lachend und rufend, mal aus der Ferne, mal ganz nah.
Sie bauen Buden im Wald, lassen Drachen steigen, spielen Fangen, Verstecken und Fußball, flitzen auf ihren Fahrrädern und Treckern durch's Dorf, streiten und vertragen sich wieder. Erst am Abend, wenn die Kirchenglocken läuten, kommen sie aus allen Richtungen herbei - dreckig, müde und zufrieden.
Dann wird erzählt von den kleinen und großen "Heldentaten". Nicht von allen natürlich. Manche werden besser verschwiegen.
Und viel später, wenn langsam die Nacht den Tag ablöst, wird es ganz still im Dorf. Nur noch die Käuzchen hört man rufen, und ab und zu bellt ein Hund im Traum.
Alle schlafen.
aus "Die Acht ist eine fröhliche Zahl", 1998
Gundula vom Hagen - Jung
